[Peter J. Kraus]

Leseprobe: 22. Kapitel

Dixie Lee Evans - die doppelte Monroe

....in dem die Story der Stripteasekönigin aus erster Hand rezitiert und die Gründung ihres Stripperinnenmuseums in der kalifornischen Wüste gewürdigt wird...........

Dixie Lee war volljährig, willig und durchtrainiert. Sie stieg sehr schnell an die Spitze des kalifornischen Burlesque. Als "The Poor Man’s Marilyn Monroe" warb ein Theaterbesitzer mit der Doppelgängerin, die Boys in weißer Matrosenuniform riefen sie nur noch Marilyn, und sie begann, Monroeposen in ihren Auftritt einzuarbeiten. Allmählich stellte sie ihren "Hollywood Act" zusammen.

Der große Showbusinessdurchbruch kam in der Gestalt des berühmtesten Bulesque-Impresarios der damaligen Zeit, Minsky Der bot ihr ein Zweiwochenengagement in seinem Adams Theatre in New Jersey, und verlängerte es sofort, als er sah, wie Dixie ankam. Schamlos warb der Busenboss mit Monroes gutem Namen; Fräulein Evans hatte immer volle Häuser, begeisterte ihr Publikum, wurde landesweit bekannt. .

[Peter J. Kraus]
Dixie Lee, jugendfrei
Daß sie sich an Champagner gewöhnte, daß sie bald nicht ohne ein Schlückchen auf die Bühne konnte; wer wollte es ihr verübeln? Jung war sie, hübsch, und pfiff von ihrer hohen Warte auf die Spießer. Die echte Monroe drohte merhmals mit Unterlassungsklage, aber Dixie winkte ab. "Die hatte doch soviel Presse wie ein Mensch nur haben kann" sagt die heute über Siebzigjährige, "Ein Prozeß wäre ihr nur lästig gewesen. Dagegen hätte ich von der Publicity profitiert, und das wußten ihre Manager auch". Ach, meint Dixie, wenn sie doch nur geahnt hätte, wie zerbrechlich Marilyn wirklich war, wie empfindsam, dann hätte sie ihren Act aufgegeben und irgendwas anderes Lustiges gebracht. Aber wer konnte ahnen, wie fragil die Sexgöttin in Wahrheit war? Man glaubt es ihr. Dixie ist so ein Mensch. Die will keinem was Böses.

Daß MM den Baseballspieler Joe DiMaggio heiratete, gab dem Auftritt neues Blut. Daß sich die MM auch bald wieder vom Volkshelden scheiden ließ, war ein Glücksfall für die scherzhaft veranlagte Tänzerin. Sie entwarf nämlich eine Nummer, in der sie als Marilyn den Ballspieler einlädt, doch ab und zu noch vorbeizuschauen - ein mit Ball-Anspielungen gespickter Auftritt, wie man sich denkt. "Ich arbeitete in Florida, und saß zwischen Auftritten mit dem Rennstallbesitzer Lee Elkins an der Bar. Da meldete ein Kellner, der Herr DiMaggio sei da und bitte mich an seinen Tisch". Dixie erschrak zutiefst, denn wie konnte sie auftreten und den ex-Monroegatten verspotten, wenn der direkt vor der Bühne saß? Aber Joe nahm das nicht krumm, im Gegenteil. "Er lachte am lautesten, als ich zu der Stelle kam, wo ich in jeder Hand einen Ball halte und singe, jetzt habe
ich dich bei den........."
[Peter J. Kraus]
Dixie Lee,1996
Verschämt versichert sie, natürlich nie die anstößige amerikanische Bezeichnung für Hoden ausgesprochen, sondern nur die Bälle dem Publikum entgegengereckt zu haben.

Zum Frühstück habe er sie eingeladen, der Joe, im "Wolfies" in Miami seien sie gewesen, und er habe dauernd Autogramme geben müssen, vor lauter Fans seien seine Eier ganz kalt geworden - und der Speck auch.

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[Peter J. Kraus]